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Frühere Römerfeste

 
DONAUKURIER - 20.08.1998:

Wieder Römerfest in Möckenlohe

Feiern und arbeiten war in Möckenlohe schon vor 1900 Jahren angesagt, wie die archäologischen Funde beweisen.
An diesem Wochenende kommen die rekonstruierten antiken Ackerbaugeräte wieder zum Einsatz, und die Bevölkerung kann es sich in den Mauern der Villa Rustica auch auf römische Weise gutgehen lassen.

Donabauer mit Ochsen
Am Samstag wird ab 14 Uhr
geackert, geeggt und gedroschen.

Langhornrinder ziehen einen Hakenpflug,
wie er von der Bronzezeit bis ins 19. Jahrhundert üblich war.
Ein Esel schiebt eine antike Mähmaschine über Einkorn und Emmer.
Ein Walzenschlitten drischt das Korn aus,
das Kinder an der Handmühle in der römischen Backstube vermahlen können.
Haustiere der Antike wie Wollschweine, Ziegen, Schafe, Geflügel gibt es zu sehen und für die Jüngeren Ponyreiten und Kutschenfahrten.


Donabauer mit Quadriga
Am Sonntag ist ab 10 Uhr Festbetrieb.

Um 14 Uhr ziehen Gruppen in römischer Arbeitskleidung um die Villa.
Sie führen Geräte und Tiere mit.
Zwischen den Arbeitsvorführungen fährt Michael Donabauer,
"Hausherr" der Villa Rustica, mit der Quadriga.

An beiden Tagen können neben einheimischen Speisen und Getränken auch römische Spezialitäten, das Fleisch der Wollschweine und "mulsum", ein Würzwein, versucht werden.
In der original eingerichteten Küche wird römische Gerstensuppe serviert.
Am Abend gibt's Musik unter den Ziegeldächern.

Möckenlohe (hgj) - DONAUKURIER - 20.08.1998



Fast alle Wege führen in den Möckenloher Gutshof

In der Villa Rustica eröffnet die Familie Donabauer neue Räume

Möckenlohe (ika - Donaukurier 3.2.1998)
Viele Wege werden dieses Jahr nach Möckenlohe führen, denn dort steht auf römischen Grundmauern die vor fünf Jahren nachgebaute Villa Rustica. Der unermüdliche Einsatz des lnitiators Michael Donabauer hat sich gelohnt. Im April werden neue Räume eröffnet, und im Mai besucht eine europäische Delegation die Römervilla.
Der im vergangenen Jahr geplante Literaturraum-Anbau steht schon. Das bayerische Kultusministerium hat den Neubau mit 1O.OOO Mark gefördert, und bald dürfen hier Besucher in informativen Broschüren und Büchern schmökern. Auch wird die Villa diesen Frühling um eine römische Küche reicher. Der Raifeisen-Genossenschaftsverband Bayern hat die Einrichtungskosten von 12.OOO Mark übernommen, am 4. April wird Präsident Dr. Wlllibaid Folz die Küche sowie den Vor- und Frühgeschichte-Raum eröffnen.
Außerdem will Donabauer die Ausgrabungen im Bereich der Villa ausweiten, denn einige Gebäude sind mit Sicherheit noch im Boden zu entdecken. Vor allem das Auffinden der Grabstätte dürfte interessant werden. Sie könnte endlich Aufschluß geben über die Anzahl der Gutshofbewohner.

In einem Raum, in dem der römische Hausherr wohl vor fast 2000 Jahren seine Gäste empfangen hat, sind heute die Funde der Ausgrabungsarbeiten zu bestaunen. In den Vitrinen liegen Münzen, Spielteller, Haarnadeln mit verziertem Bronzekopf, Schlüssel, Fensterkreuze, ein Ringstein mit geflügeltem Eroten. Wie Mosaiksteinchen fügen sich all diese Fundstücke zu einem anschaulichen Bild über den römischen Alltag zusammen. Vermutlich saß der reiche Gutsbesitzer an kalten Winterabenden mit seiner Familie in diesem von einer Hypokaustheizung beheizten wohlig warmen Zimmer. Noch heute sind die Kanäle im Ziegelfußboden zu sehen, durch die die heißen Rauchgase geleitet wurden. Immer wieder kann sich Donaubauer über die Funde aus Glas, Ton, Knochen oder Bronze freuen. Ganz besonders fasziniert ist er von einem römischen Hebeschloß, das er vergrößert nachbauen will, damit jeder Besucher die raffinierte Funktionsweise des Türschlosses selbst nachprüfen kann.
Auch die gefundenen Hufschuhe gehen dem Pferdebesitzer nicht mehr aus dem Kopf; denn heutige Pferde würden sich mit solchen Hufen verletzen. Vermutlich hatten die römischen Pferde kürzere Sehnen als heute.
Jedem Rätsel versucht Donabauer auf die Spur zü kommen; er ist ein Tüfftler, und es macht schon Sinn, daß ein erfahrener Landwirt wie er auf die römischen Überreste eines Bauernhofes stieß.
Ein Museum, in dem römisches Leben so anschaulich nachvollzogen werden kann wie hier, ist selten: Kinder können römisches Brot backen oder Schwarznasenschafe streicheln, die den römischen Ahnen wahrscheinlich ziemlich ähnlich sehen dürften. Und wenn Donabauer auch noch Tieflandrinder vor den antiken Pflug spannt, ist es, als wäre das Römische Reich nie untergegangen. So leuchtet es ein, daß die Villa Rustica- übrigens als einziges deutsches Museum - in ein.archäologisches und pädagogisches Museumsprojekt der Europäischen Union aufgenommen wurde.

Am 27. Mai werden Verteter des Internationalen Museumsverbandes nach Möckenlohe kommen, und Donabauer wird es sich nicht nehmen lassen, die Präsidentin des Komitees, Nicole Gesche-Koning aus Brüssel, in derQuadriga zur Römervilla zu kutschieren.


Eichstätter Kurier - 17.08.1999:

Wieder Römerfest in Möckenlohe:
Alemannen überfallen Gutshof

Möckenlohe (lif)
Auf den Spuren der Römer wandelt am kommenden Wochenende das traditionelle bäuerliche Römerfest in Möckenlohe. Es wird von der Römervilla Möckenlohe und Michael Donabauer veranstaltet und findet im Museum statt. Dem Besucher wird sowohl der landwirtschaftliche Alltag der Römer als auch das Leben im Krieg geboten. Das Römerfest startet am Samstag, 21. August, um 13 Uhr mit der Öffnung des Museums. Eine Stunde später werden landwirtschaftliche Arbeiten auf dem Feld und im Hof vorgeführt. Mit rekonstruierten antiken Ackerbaugeräten stehen mühsame Arbeiten wie Ackern, Eggen und Dreschen mit Ochs und Esel auf dem Programm.

Am Sonntag ist bereits um 10 Uhr Beginn des Betriebs. Um 14 Uhr startet der römisch-bäuerliche Festzug mit Römern und Alemannen um das Museum. Danach trennen sich die beiden Parteien und werden zu Feinden, denn der Höhepunkt des Tages ist ein Alemannenüberfall: Die Villa Rustica wurde im Jahr 233 von den Alemannen angegriffen, und dieses Ereignis soll am Sonntag dargestellt werden. Dabei wird freilich die jetzige Villa nicht niedergebrannt, sondern eine Attrappe aus Stroh. Als Alemannen fungieren die verkleideten Reitermädchen vom Reiterhof Donabauer, die mit ihren Pferden den römischen Gutshof attackieren und anzünden.

Für Kinder ist ebenfalls viel geboten, sie können sich an der römischen Münzprägung oder beim Anfertigen von Öllampen, Brotstempel sowie der Bearbeitung von Bernstein, Knochen, Ton- und Kalkstein für Schmuckketten beteiligen. Das Mahlen von Getreide auf einer römischen Mühle sorgt ebenfalls für das passende Ambiente. An beiden Abenden ist gemütliches Beisammensein mit Musik und römischen Spezialitäten angesagt.

Eichstätter Kurier - 17.08.1999


Eichstätter Kurier - 22.08.1999:

Bäuerliche Feldarbeit und "blutige" Kämpfe

Römerfest in Möckenlohe zog viele Zuschauer an

Möckenlohe (je)
Wenn die vier fahlbraunen Norwergerpferde über die Koppel galoppieren und im Streitwagen Michael Donabauer als römischer Hauptmann die Rosse lenkt, macht das schon einen Eindruck auf die Zuschauer. Doch der Archäologe Dr. Karl Heinz Rieder, der beim Römerfest in Möckenlohe am Samstag und Sonntag die Ansage besorgte, machte darauf aufmerksam, daß in der villa rustica nur Bauern lebten und höchstens pensionierte Soldaten. Der Streitwagen freilich gibt einen Eindruck vom Römerleben in der Provinz Raetien überhaupt, ebenso die ungarischen Steppenrinder, die Wollschweine und natürlich der wiederaufgebaute Gutshof mit der Sammlung der Funde auf dem Areal.

Zum ersten Mal bot das 1993 fertig gestellte Museum ein Kriegsspiel aus der Römerzeit. Am Sonntagnachmittag wurde ein Alemannenüberfall inszeniert, wie er tatsächlich im Jahr 233 nach Christus passierte. Den Angriff spielten Mädchen des Reiterhofs Donabauer, die natürlich den wertvollen Nachbau nicht niederbrannten, sondern eine Atrappe aus Stroh. Außerdem verließen die Streithähne den Kampfplatz ohne Blessuren.

Weit über tausend Besucher kamen am Sonntag zu dem römischen Spektakel nach Möckenlohe. Bei glühender Sonne erlebten sie auch die friedliche bäuerliche Arbeit. Michael Donabauer junior zeigte die ungarischen Steppenrinder mit den gewaltigen und spitzen Hörnern und führte das Ackern mit dem Hakenpflug vor. Es wurde geeggt und gemäht und die Körner aus den Ähren gedroschen. In der Villa wurde das Mahlen des Getreides gezeigt und das Herstellen von Kleinutensilien vorgeführt, da gab es die Öllampen, den Brotstempel und die Schmuckketten.

Viele Mitglieder des Vereins Römervilla Rustica Möckenlohe trugen die typischen römischen Gewänder. Ihre Begeisterung für das Leben der Menschen vor rund 1900 Jahren steckte die vielen Zuschauer an. Und der Gruß "Salve" kam bald so manchem leicht über die Lippen.

Wie Karl Heinz Rieder erläuterte, gab es im Raum zwischen Pförring, Neuburg und der Altmühl etwa 110 römische Gutshöfe. Sie waren meist auf fruchtbarem Lößboden angelegt. Die mittlere Größe betrug zwischen 30 und 40 Hektar.

In der Ferne war dumpfer Trommelschlag zu hören. Die Männer der Legio III Italica kamen anmarschiert. Ein Bub trug die Standarte mit dem Storch. Die Abteilung des Historischen Vereins Eichstätt führte vor den Zuschauern Speerwerfen und Schwertkämpfe vor.

Nach den schweißtreibenden Darbietungen gab es Gelegenheit, sich im römischen Biergarten zu erholen.

Eichstätter Kurier - 22.08.1999


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